Mancher ahnt es ja schon, bevor der Zahnarzt die Diagnose stellt: Jetzt ist der Zahnersatz fällig.
Wer vorher weiß, was auf ihn zukommt, sieht dem gelassener entgegen.

1. Untersuchung

Zum Beispiel nach der Untersuchung des schmerzenden Zahnes und der Auswertung der Röntgenaufnahme steht fest, dass außer dem Störenfried noch zwei weitere Backenzähne entfernt werden müssen. Sie lassen sich ebenfalls nicht mehr retten. Erst einmal erfolgt eine Schmerzbehandlung und dann wird ein Termin zur Zahnentfernung vereinbart.

Herausnehmbare     Zahngetragene      Implantatgetragene
Teilprothese                      festsitzende Brücke

2. Beratung

Der Zahnarzt erklärt, welche Möglichkeiten des Zahnersatzes es gibt. Diese richten sich nach dem individuellen Befund des Patienten:
Wo fehlen die Zähne?
Ist bereits Zahnersatz vorhanden?
Diese und andere Fragen werden bei der Beratung berücksichtigt.
Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit des festsitzenden Zahnersatzes, meist in Form von Brücken, aber auch als sog. Suprakonstruktion auf Implantaten und des Kombinationszahnersatzes. Dieser ist eine Verbindung von festsitzendem und klammerlosem abnehmbaren Ersatz. Außerdem gibt es eine komplett herausnehmbare, klammerverankerte Variante.
Zusätzlich nennt der Zahnarzt die geschätzten Kosten für die infrage kommenden Möglichkeiten sowie die Höhe des Zuschusses Ihrer Krankenkasse.

3. Entscheidung treffen

Wer nach dem Befund die Qual der Wahl hat, sollte Vor- und Nachteile der möglichen Behandlungen in Ruhe gegeneinander abwägen.
Eine festsitzende Brücke bietet einen höheren Tragekomfort. Dafür müssen jedoch Zähne, die als Brückenpfeiler dienen, beschliffen werden.
Herausnehmbarer, klammerverankerter Zahnersatz bietet weniger Komfort, ist aber preiswerter als festsitzender Zahnersatz.

Implantat



festsitzender Zahnersatz



herausnehmbarer Zahnersatz


4. Die Krankenkasse

Steht die Entscheidung, erstellt Ihr Zahnarzt einen Heil- und Kostenplan. Darin sind alle für die Behandlung vorgesehenen Schritte sowie deren Kosten aufgeführt. Den Plan erhält meist der Patient, der ihn dann zusammen mit anderen Unterlagen, z.B. einen Nachweis über die regelmäßige Zahnvorsorge, bei der Krankenkasse einreicht. Sie prüft den Plan und ermittelt die Kosten, die der Versicherte und die Krankenkasse zahlen. Den bearbeiteten Heil- und Kostenplan erhält entweder der Arzt direkt oder der Patient nimmt ihn zum nächsten Termin mit.

5. Vorbehandlung

Bevor die Versorgung mit dem Zahnersatz beginnen kann, ist in einigen Fällen noch eine Vorbehandlung notwendig. Es kann zum Beispiel nötig sein, erst einmal kranke Zähne oder das Zahnfleisch zu behandeln. Ebenfalls müssen nicht mehr zu erhaltende Zähne gezogen werden.
 
     
6. Beginn der Behandlung

Sind alle Vorbehandlungen abgeschlossen,
kann es losgehen:
Im Falle eines festsitzenden Zahnersatzes werden die Zähne auf beiden Seiten der Lücke unter Betäubung beschliffen, um Platz für die künstliche Krone zu schaffen. Danach wird ein Abdruck sowohl vom betroffenen als auch vom Gegenkiefer genommen. Zum Schutz der beschliffenen Zähne stellt der Zahnarzt ein Provisorium aus Kunststoff her.

7. Zahntechnisches Labor

Die Abdrücke des Ober- und Unterkiefers werden im Zahnlabor mit einem Spezialgips ausgegossen. Die so entstandenen Modelle dienen dem Zahntechniker als Grundlage für die Anfertigung der Brücke. Sie besteht aus den künstlichen Kronen als Anker und dem Brückenzwischenglied, dem Ersatz für die fehlenden Zähne. In der Regel wird zuerst das Brückengerüst hergestellt, das der Zahnarzt bei dem Patienten einprobiert. Bei Gerüsten aus Metall fertigt der Zahntechniker dann anschließend die Verblendung.
 
8. Abschluss der Behandlung

Ist die Brücke fertig, setzt sie der Zahnarzt seinem Patienten ein. Eventuell müssen vorher noch kleinere Korrekturen vorgenommen werden, bis die Brücke perfekt sitzt und mit Dentalzement befestigt werden kann.

9. Auch Zahnersatz braucht Pflege
     
Trotz der erfreulich zunehmenden Erfolge auf dem Gebiet der Kariesprophylaxe wird für viele Menschen früher oder später Zahnersatz erforderlich. Während die Notwendigkeit der Pflege natürlicher Zähne allseits bekannt ist, gerät die Tatsache, dass auch Zahnersatz einer gründlichen und systematischen Reinigung bedarf, immer wieder gerne in Vergessenheit. Hier herrscht die Einstellung vor, dass der Zahnersatz endlich Ruhe vor dem lästigen Bürsten bedeutet.

Aber auch und gerade die Pflege von Zahnersatz ist unerlässlich. Ein künstlicher Zahn aus Gold und Keramik kann zwar nicht faulen. Wer aber glaubt, deshalb auf das Zähneputzen verzichten zu können, irrt.

Einerseits müssen die verbliebenen natürlichen Zähne besonders sorgfältig gepflegt werden, damit sie möglichst lange erhalten bleiben. Andererseits verlangt auch die Prothese eine tägliche Reinigung, da sich hier sonst Zahnbelag ablagert, der zu Mundgeruch und Zahnfleischentzündungen führt.

Die Plaquebildung an den künstlichen Zähnen stellt auch eine Gefahr für das Restgebiss dar. Außerdem können durch den sich ansammelnden Zahnstein, insbesondere an Speichelaustrittstellen, ebenfalls Entzündungen verursacht werden.

Das Zähneputzen nach den Mahlzeiten sollte daher für alle eine Selbstverständlichkeit sein. Ihre Bären-Apotheke hat eine Auswahl an speziellen Zahnbürsten und Zahnpasten für die verschiedensten Anforderungen vorrätig. Träger von festsitzendem Zahnersatz putzen dabei automatisch alle ihre Zähne – die künstlichen Brücken oder Kronen ebenso wie die benachbarten natürlichen Zähne. Besondere Aufmerksamkeit sollte man den Übergängen und Nischen zwischen den natürlichen und den künstlichen Zähnen schenken, denn vor allem dort sammeln sich Speisereste und Zahnbelag an.

Auch herausnehmbarer Zahnersatz sollte möglichst nach jeder Mahlzeit unter fließendem Wasser mit einer weichen Zahnbürste gereinigt werden. Am besten hantiert man über einem Waschbecken, das mit Wasser gefüllt oder mit einem Waschlappen bzw. einem Handtuch ausgelegt ist. Denn wenn die Prothese aus der Hand rutscht, könnte sie im leeren Becken leicht zerbrechen.

Um die Keimbesiedlung restlos zu beseitigen, sollte man dem Zahnersatz einmal täglich ein Bad in einem Prothesenreiniger gönnen, den Sie auch bei uns in der Apotheke erhalten.

Vor dem Einsetzen in den Mund muss die Prothese allerdings ausreichend gespült werden, damit das Reinigungsmittel restlos entfernt wird.
Hin und wieder sollten auch die zahnlosen Stellen des Kiefers massiert werden. Leichtes Bürsten fördert die Durchblutung und damit die Erhaltung des Kiefers – eine wichtige Voraussetzung für den langfristig sicheren und stabilen Halt der Prothese.

Auch wenn keine Probleme mit dem Zahnersatz auftreten, sind regelmäßige Zahnarztbesuche, möglichst zweimal im Jahr, unerlässlich. Der Zahnarzt überprüft den Sitz und die Funktionsfähigkeit der Prothese. Außerdem kann er Karies und Parodontose frühzeitig erkennen und behandeln. Dies alles trägt dazu bei, die Lebensdauer der zweiten und dritten Zähne zu verlängern.


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Quelle: AOK Sachsen